Warum ich die Wiener Förderung für Solarthermie kritisiere
27/01/12 08:41 Abgelegt in: Energie
Ganz Wien jubelt: Die Solarförderung wurde bis Ende 2013 verlängert. Eigentlich eine sehr erfreuliche Entwicklung in Zeiten der Sparpakete. Ich sage dazu aber NEIN.
Warum? Schauen wir genauer auf die Förderbedingungen, dann sind diese sehr kontraproduktiv, weil die Fläche der Kollektoren im Vordergrund stehen und nicht der Ertrag. Sprich dieses Modell, das sich an der Absorberfläche orientiert begünstigt billige ineffiziente Flachkollektoren, die den meisten Ertrag dann liefern, wenn wir kaum Wärme brauchen nämlich im Sommer.
CPC Vakuumröhrenkollektoren, die bei wenig Einstrahlung und im Winter bei niedrigen Aussentemperaturen noch brauchbare Erträge und hohe Temperaturen liefern können, sind überhaupt am meisten benachteiligt, weil sie auf Grund ihrer Leistungsfähigkeit sehr teuer sind, aber wenig Absorberfläche besitzen. Das kompensieren sie aber über die unbestritten beste Isolationsmethode, ein Vakuum und den großen lichtsammelnden Spiegel. Damit übertreffen sie jeden Flachkollektor im Ertrag (und in der Leistung bei durchschnittlicher Sonneneinstrahlung) deutlich!
Mit der jetzigen Förderung wird der Faktor „Jahreszeit abhängiger“ Wärmeertrag, auf den es ja letztlich ankommt, auf den Sommer verschoben, was mir als nicht besonders sinnreich erscheint.
Durch die hohe Leistung (und den jahreszeitlichen Ertrag) von CPC Vakuumröhrenkollektoren, kann auch der Flächenbedarf (bei gleichem Ertrag) am Dach bis zur Hälfte verringert werden!!! In einer Stadt wie Wien, in der Dachfläche nicht unendlich vorhanden ist, ein nicht unwesentlicher Aspekt.
Seit November 2012 sieht die Solar Keymark Datenbank ein 2. Datenblatt für jeden Kollektor der zertifiziert werden muss vor. Auf diesem Datenblatt ist der Jahresertrag eines Kollektors eingetragen. Auf Grund des Jahresertrags kann dann die Förderung vergeben werden.
Das hätte entschiedene Vorteile: Nicht die Fläche wird gefördert sondern der Ertrag! Leistungsfähige Systeme, die deutlich weniger Dachfläche benötigen werden nicht benachteiligt. Der Endkunde kann sich mehr am Stand der Technik orientieren und auf effiziente Systeme zurückgreifen. Die Solar Keymark Datenbankk ist öffentlich zugänglich, somit ist das System transparent und auch noch leicht verständlich. Hoher Solarertrag = hohe Förderung.
Das würde auch die Hersteller zwingen sich mit effizienten Kollektoren, die dann automatisch auch im Winter gute Leistungen bringen, zu befassen und nicht mit flächenverbrauchenden Billigstgeräten, die dann, wenn Wärme gebraucht wird, keine Wärme mehr liefern können.
@TNasswetter folgen
Warum? Schauen wir genauer auf die Förderbedingungen, dann sind diese sehr kontraproduktiv, weil die Fläche der Kollektoren im Vordergrund stehen und nicht der Ertrag. Sprich dieses Modell, das sich an der Absorberfläche orientiert begünstigt billige ineffiziente Flachkollektoren, die den meisten Ertrag dann liefern, wenn wir kaum Wärme brauchen nämlich im Sommer.
Die Sommerförderung
CPC Vakuumröhrenkollektoren, die bei wenig Einstrahlung und im Winter bei niedrigen Aussentemperaturen noch brauchbare Erträge und hohe Temperaturen liefern können, sind überhaupt am meisten benachteiligt, weil sie auf Grund ihrer Leistungsfähigkeit sehr teuer sind, aber wenig Absorberfläche besitzen. Das kompensieren sie aber über die unbestritten beste Isolationsmethode, ein Vakuum und den großen lichtsammelnden Spiegel. Damit übertreffen sie jeden Flachkollektor im Ertrag (und in der Leistung bei durchschnittlicher Sonneneinstrahlung) deutlich!
Mit der jetzigen Förderung wird der Faktor „Jahreszeit abhängiger“ Wärmeertrag, auf den es ja letztlich ankommt, auf den Sommer verschoben, was mir als nicht besonders sinnreich erscheint.
Flächeneffizienz überhaupt nicht berücksichtigt
Durch die hohe Leistung (und den jahreszeitlichen Ertrag) von CPC Vakuumröhrenkollektoren, kann auch der Flächenbedarf (bei gleichem Ertrag) am Dach bis zur Hälfte verringert werden!!! In einer Stadt wie Wien, in der Dachfläche nicht unendlich vorhanden ist, ein nicht unwesentlicher Aspekt.
Mein Vorschlag für eine Änderung am Ende diesen Jahres:
Seit November 2012 sieht die Solar Keymark Datenbank ein 2. Datenblatt für jeden Kollektor der zertifiziert werden muss vor. Auf diesem Datenblatt ist der Jahresertrag eines Kollektors eingetragen. Auf Grund des Jahresertrags kann dann die Förderung vergeben werden.
Das hätte entschiedene Vorteile: Nicht die Fläche wird gefördert sondern der Ertrag! Leistungsfähige Systeme, die deutlich weniger Dachfläche benötigen werden nicht benachteiligt. Der Endkunde kann sich mehr am Stand der Technik orientieren und auf effiziente Systeme zurückgreifen. Die Solar Keymark Datenbankk ist öffentlich zugänglich, somit ist das System transparent und auch noch leicht verständlich. Hoher Solarertrag = hohe Förderung.
Das würde auch die Hersteller zwingen sich mit effizienten Kollektoren, die dann automatisch auch im Winter gute Leistungen bringen, zu befassen und nicht mit flächenverbrauchenden Billigstgeräten, die dann, wenn Wärme gebraucht wird, keine Wärme mehr liefern können.
@TNasswetter folgen
Vision by Spaziergang + Management bei Emotion = Steve Jobs
14/01/12 14:57 Abgelegt in: Persönliches
Auf mehr als 700 Seiten erklärt Walter Isaacson dem Leser Steve Jobs. Mehrmals hat ihn Jobs selbst darum gebeten, mehrmals hat er es abgelehnt. Doch als Jobs’ Frau ihn bat und er sah wie krank Jobs war, hat er ihn mehr als zwei Jahre begleitet, über 40 Interviews mit ihm geführt und weit mehr als 100 Menschen aus seinem Leben befragt. Herausgekommen ist ein Buch, das einen tiefen Einblick in den Alltag eines Mannes gewährt, der die Welt in den letzten drei Jahrzehnten wie kein zweiter verändert hat.
Warum ich das behaupte? Wäre es nach Microsoft und Konsorten gegangen, wären Computer noch immer eine grau Kiste mit Kommandozeile für Büroarbeiten und für Nerds, würden wir Musik noch immer auf tragbaren CD Spielern mit uns herumtragen und vor allen wären Mobiltelefone noch immer hauptsächlich zum telefonieren da. Nichts verändert derzeit die Welt radikaler als Gedanke des Digital Hubs, den Jobs vor ziemlich genau zehn Jahren begann Realität werden zu lassen.
Isaacson gibt uns also Einblick nicht nur in das „offizielle“ Leben von Steve Jobs, sondern er versucht die ganze Spannbreite des Charakters zu beschreiben und manchmal auch zu bewerten. Dabei ist er schonungslos offen und zeigt Seiten an einem Menschen, der zwar geniales vollbracht hat, aber für seine Umgebung meisten alles andere als einfach und pflegeleicht war. Jobs fehlte offensichtlich die Fähigkeit empathisch zu sein. Das kann der geneigte Leser durchaus als pathologisch ansehen und die Langzeitfreundin von Jobs Tina Redse hat es sogar so ausgesprochen.
Jobs hat vielen seiner Ideen auf langen Spaziergängen entwickelt, die er meist zusammen mit jemanden anderen unternommen hat. Vision by Spaziergang!
Steven Jobs wollte nur die besten Mitarbeiter haben und hat es geschafft viele der besten (was immer auch seine Kriterien waren?) im Team zu haben. Das hat ihn in die Lage versetzt, mit vergleichsweise kleine Gruppen unheimlich erfolgreich zu sein und dabei unglaublich viele wirklich gute Ideen zu entwickeln und umzusetzen.
Jobs war ein „digitaler“ Typ der nur zwischen Geniestreich und Mist unterscheiden konnte. Selbst sein Hang zum Zen Buddhismus hat das nicht im geringsten ausgleichen können.
Jobs war ein getriebener, so getrieben und egozentrisch, dass er auch unendlich viele dumme Entscheidungen getroffen hat. Das macht ihn für mich letztlich sehr menschlich. Letztendlich könnte er heute vielleicht noch leben, wenn er selbst nicht so überheblich und stur im Umgang mit seiner Krankheit gewesen wäre. Aber er hat auch vielen dauernd erklärt, dass er früh sterben wird. Wenn das keine selbsterfüllende Prophezeiung ist.
Im Umgang mit seinen Mitarbeitern war er in meinen Augen unmöglich und ich glaube er hätte das meiste auch erreicht, wenn er ein bisschen mehr Einfühlungsvermögen gezeigt hätte, was er aber offensichtlich nicht konnte.
Als Manager war er vor allem emotional und damit meist gar nicht auf dem guten Weg, sondern sehr oft auf vielen Umwegen. Aber er hat in vielen Phasen seines Lebens letztendlich Glück gehabt. Und er hat oft den richtigen Riecher beweisen. Oft deshalb, weil er viel von Technik aber auch viel von Gestaltung verstanden hat und beides gut bewerten und miteinander in Beziehung setzen konnte.
Was ich aber am meisten sehe, war sein Hang zum perfekten Produkt. Er hat ein Produkt immer als ein ganzes gesehen und nie als Summe seiner Einzelteile. Darüber hinaus hat er es verstanden, Produkte miteinander auf manchmal erschreckend simple Weise zu verbinden. Das iPhone und der iTunes Store ist nur eines der vielen Beispiele die es dafür gibt.
Es kommt letztlich auf das Produkt und seine Convenience für den Benutzer an. Alles andere ist zweitrangig.
Vision bedeutet vor allem auch darüber nachzudenken, wie unmögliches möglich wird.
Erst ein wirklich gutes und ausgereiftes Produkt mach einen langanhaltenden Erfolg möglich. Das ist das Ziel.
Ein Produkt wird nicht durch seine technischen Eigenschaften sondern durch seinen emotionalen Nutzen für den User bestimmt.
Marktforschung ist ein Absicherungswerkzeug einer unkreativen Marketingabteilung gegenüber dem Vorstand.
Manchmal hat die Schulmedizin doch die erfolgversprechenden Mittel.
Auch Genies sind nur Menschen und sollten sich von Zeit zu Zeit mal waschen. Jobs hat das vor allem in seinen Jungen Jahren ja wenig beachtet.
Erfolg ist manchmal machbar, aber sicherlich nicht planbar.
Gute Teams haben immer einen Teamleader der die Mitglieder immer wieder aufs neue begeistern kann und immer eine gute Vision parat hat.
@TNasswetter folgen
Warum ich das behaupte? Wäre es nach Microsoft und Konsorten gegangen, wären Computer noch immer eine grau Kiste mit Kommandozeile für Büroarbeiten und für Nerds, würden wir Musik noch immer auf tragbaren CD Spielern mit uns herumtragen und vor allen wären Mobiltelefone noch immer hauptsächlich zum telefonieren da. Nichts verändert derzeit die Welt radikaler als Gedanke des Digital Hubs, den Jobs vor ziemlich genau zehn Jahren begann Realität werden zu lassen.
Isaacson gibt uns also Einblick nicht nur in das „offizielle“ Leben von Steve Jobs, sondern er versucht die ganze Spannbreite des Charakters zu beschreiben und manchmal auch zu bewerten. Dabei ist er schonungslos offen und zeigt Seiten an einem Menschen, der zwar geniales vollbracht hat, aber für seine Umgebung meisten alles andere als einfach und pflegeleicht war. Jobs fehlte offensichtlich die Fähigkeit empathisch zu sein. Das kann der geneigte Leser durchaus als pathologisch ansehen und die Langzeitfreundin von Jobs Tina Redse hat es sogar so ausgesprochen.
Wer war Steve Jobs?
Jobs hat vielen seiner Ideen auf langen Spaziergängen entwickelt, die er meist zusammen mit jemanden anderen unternommen hat. Vision by Spaziergang!
Steven Jobs wollte nur die besten Mitarbeiter haben und hat es geschafft viele der besten (was immer auch seine Kriterien waren?) im Team zu haben. Das hat ihn in die Lage versetzt, mit vergleichsweise kleine Gruppen unheimlich erfolgreich zu sein und dabei unglaublich viele wirklich gute Ideen zu entwickeln und umzusetzen.
Jobs war ein „digitaler“ Typ der nur zwischen Geniestreich und Mist unterscheiden konnte. Selbst sein Hang zum Zen Buddhismus hat das nicht im geringsten ausgleichen können.
Jobs war ein getriebener, so getrieben und egozentrisch, dass er auch unendlich viele dumme Entscheidungen getroffen hat. Das macht ihn für mich letztlich sehr menschlich. Letztendlich könnte er heute vielleicht noch leben, wenn er selbst nicht so überheblich und stur im Umgang mit seiner Krankheit gewesen wäre. Aber er hat auch vielen dauernd erklärt, dass er früh sterben wird. Wenn das keine selbsterfüllende Prophezeiung ist.
Im Umgang mit seinen Mitarbeitern war er in meinen Augen unmöglich und ich glaube er hätte das meiste auch erreicht, wenn er ein bisschen mehr Einfühlungsvermögen gezeigt hätte, was er aber offensichtlich nicht konnte.
Als Manager war er vor allem emotional und damit meist gar nicht auf dem guten Weg, sondern sehr oft auf vielen Umwegen. Aber er hat in vielen Phasen seines Lebens letztendlich Glück gehabt. Und er hat oft den richtigen Riecher beweisen. Oft deshalb, weil er viel von Technik aber auch viel von Gestaltung verstanden hat und beides gut bewerten und miteinander in Beziehung setzen konnte.
Was ich aber am meisten sehe, war sein Hang zum perfekten Produkt. Er hat ein Produkt immer als ein ganzes gesehen und nie als Summe seiner Einzelteile. Darüber hinaus hat er es verstanden, Produkte miteinander auf manchmal erschreckend simple Weise zu verbinden. Das iPhone und der iTunes Store ist nur eines der vielen Beispiele die es dafür gibt.
Was ich persönlich aus dem Buch gelernt habe
Es kommt letztlich auf das Produkt und seine Convenience für den Benutzer an. Alles andere ist zweitrangig.
Vision bedeutet vor allem auch darüber nachzudenken, wie unmögliches möglich wird.
Erst ein wirklich gutes und ausgereiftes Produkt mach einen langanhaltenden Erfolg möglich. Das ist das Ziel.
Ein Produkt wird nicht durch seine technischen Eigenschaften sondern durch seinen emotionalen Nutzen für den User bestimmt.
Marktforschung ist ein Absicherungswerkzeug einer unkreativen Marketingabteilung gegenüber dem Vorstand.
Manchmal hat die Schulmedizin doch die erfolgversprechenden Mittel.
Auch Genies sind nur Menschen und sollten sich von Zeit zu Zeit mal waschen. Jobs hat das vor allem in seinen Jungen Jahren ja wenig beachtet.
Erfolg ist manchmal machbar, aber sicherlich nicht planbar.
Gute Teams haben immer einen Teamleader der die Mitglieder immer wieder aufs neue begeistern kann und immer eine gute Vision parat hat.
@TNasswetter folgen