Grigori Sokolov: Musik ohne Pathos
04/12/11 18:55
Nun habe ich ihn zum Zweiten mal erlebt den Meister aus Leningrad. Eines ist mir dabei sehr bewusst geworden. Noch nie habe ich jemand gehört, der auch nur annähernd so Klavier spielen kann wie Grigori Solokov. Das ist mir vor zwei Jahren schon in Salzburg aufgefallen, aber damals war ich noch nicht soweit, das wirklich für mich einordnen zu können.
Seine unheimliche Exaktheit, gepaart mit einer unnachahmlichen Leichtigkeit und verschwenderischer spielerischen Eleganz, scheinen nicht von dieser Welt zu sein. Er kümmert sich um jeden Ton und das ganz ohne Pathos. Es ist nicht ein Anflug von Verliebtheit in sich selbst, in die Musik oder in das Klavier zu spüren. Bescheiden nimmt er seinen Platz auf der Klavierbank ein. Dann beginnt er sein Spiel - ohne Verzögerung und ohne Geste. Im nächsten Moment scheint alles, ist alles Musik.
Er nimmt dabei keinerlei Haltung zum Werk ein oder interpretiert es, er ist schlicht ganz Musik in diesem Moment. Es strömt aus ihm heraus, präzise und undenklich entspannt. Auch das Klavier übernimmt scheinbar diese Haltung. Er verschmilzt nicht mit seinem Instrument, wird nicht eins mit ihm, sondern es ist irgendwie gegenwärtig als eine Art Gefährte ein Partner. Das ist sehr eigenartig, denn ich habe nichts Vergleichbares bisher erlebt. Pure Magie ist das einzige was mir dazu einfällt. Es lässt mich nicht mehr los. Dabei bleibt alles Bescheiden, ausser die Musik. Die wirkt überwältigend und erscheint von einer edlen Noblesse und Schlichtheit. Jeder Ton hat Bedeutung ohne auch nur im geringsten bedeutungsschwer zu sein.
Bach so zu hören ist schöner als Fliegen. Ich kann es letztlich nicht beschrieben, aber der Zauber wirkt fort. Und dann noch seine unglaubliche Großzügigkeit zum Publikum - sechs Zugaben. Dabei werden unter seinen Fingern selbst kleinste Stücke zu Werken.
Was für eine Beziehung hat Grigori Sokolov zur Musik und zu seinem Instrument? Ich kann nur staunen und mir wünschen es auch nur einen winzigen Moment lang zu begreifen – das Unbegreifliche - den Unbegreiflichen.
@TNasswetter folgen
Seine unheimliche Exaktheit, gepaart mit einer unnachahmlichen Leichtigkeit und verschwenderischer spielerischen Eleganz, scheinen nicht von dieser Welt zu sein. Er kümmert sich um jeden Ton und das ganz ohne Pathos. Es ist nicht ein Anflug von Verliebtheit in sich selbst, in die Musik oder in das Klavier zu spüren. Bescheiden nimmt er seinen Platz auf der Klavierbank ein. Dann beginnt er sein Spiel - ohne Verzögerung und ohne Geste. Im nächsten Moment scheint alles, ist alles Musik.
Er nimmt dabei keinerlei Haltung zum Werk ein oder interpretiert es, er ist schlicht ganz Musik in diesem Moment. Es strömt aus ihm heraus, präzise und undenklich entspannt. Auch das Klavier übernimmt scheinbar diese Haltung. Er verschmilzt nicht mit seinem Instrument, wird nicht eins mit ihm, sondern es ist irgendwie gegenwärtig als eine Art Gefährte ein Partner. Das ist sehr eigenartig, denn ich habe nichts Vergleichbares bisher erlebt. Pure Magie ist das einzige was mir dazu einfällt. Es lässt mich nicht mehr los. Dabei bleibt alles Bescheiden, ausser die Musik. Die wirkt überwältigend und erscheint von einer edlen Noblesse und Schlichtheit. Jeder Ton hat Bedeutung ohne auch nur im geringsten bedeutungsschwer zu sein.
Bach so zu hören ist schöner als Fliegen. Ich kann es letztlich nicht beschrieben, aber der Zauber wirkt fort. Und dann noch seine unglaubliche Großzügigkeit zum Publikum - sechs Zugaben. Dabei werden unter seinen Fingern selbst kleinste Stücke zu Werken.
Was für eine Beziehung hat Grigori Sokolov zur Musik und zu seinem Instrument? Ich kann nur staunen und mir wünschen es auch nur einen winzigen Moment lang zu begreifen – das Unbegreifliche - den Unbegreiflichen.
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