Warum ich die Wiener Förderung für Solarthermie kritisiere

Ganz Wien jubelt: Die Solarförderung wurde bis Ende 2013 verlängert. Eigentlich eine sehr erfreuliche Entwicklung in Zeiten der Sparpakete. Ich sage dazu aber NEIN.

Warum? Schauen wir genauer auf die Förderbedingungen, dann sind diese sehr kontraproduktiv, weil die Fläche der Kollektoren im Vordergrund stehen und nicht der Ertrag. Sprich dieses Modell, das sich an der Absorberfläche orientiert begünstigt billige ineffiziente Flachkollektoren, die den meisten Ertrag dann liefern, wenn wir kaum Wärme brauchen nämlich im Sommer.

Die Sommerförderung


CPC Vakuumröhrenkollektoren, die bei wenig Einstrahlung und im Winter bei niedrigen Aussentemperaturen noch brauchbare Erträge und hohe Temperaturen liefern können, sind überhaupt am meisten benachteiligt, weil sie auf Grund ihrer Leistungsfähigkeit sehr teuer sind, aber wenig Absorberfläche besitzen. Das kompensieren sie aber über die unbestritten beste Isolationsmethode, ein Vakuum und den großen lichtsammelnden Spiegel. Damit übertreffen sie jeden Flachkollektor im Ertrag (und in der Leistung bei durchschnittlicher Sonneneinstrahlung) deutlich!

Mit der jetzigen Förderung wird der Faktor „Jahreszeit abhängiger“ Wärmeertrag, auf den es ja letztlich ankommt, auf den Sommer verschoben, was mir als nicht besonders sinnreich erscheint.

Flächeneffizienz überhaupt nicht berücksichtigt


Durch die hohe Leistung (und den jahreszeitlichen Ertrag) von CPC Vakuumröhrenkollektoren, kann auch der Flächenbedarf (bei gleichem Ertrag) am Dach bis zur Hälfte verringert werden!!! In einer Stadt wie Wien, in der Dachfläche nicht unendlich vorhanden ist, ein nicht unwesentlicher Aspekt.

Mein Vorschlag für eine Änderung am Ende diesen Jahres:


Seit November 2012 sieht die Solar Keymark Datenbank ein 2. Datenblatt für jeden Kollektor der zertifiziert werden muss vor. Auf diesem Datenblatt ist der Jahresertrag eines Kollektors eingetragen. Auf Grund des Jahresertrags kann dann die Förderung vergeben werden. (Zwei Beispiele: Vakuumröhrenkollektor Ritter der in Österreich unter Marke Paradigma vertrieben wird und ein „typischer“ Flachkollektor der Firma MCG).

Das hätte entschiedene Vorteile: Nicht die Fläche wird gefördert sondern der Ertrag! Leistungsfähige Systeme, die deutlich weniger Dachfläche benötigen werden nicht benachteiligt. Der Endkunde kann sich mehr am Stand der Technik orientieren und auf effiziente Systeme zurückgreifen. Die Solar Keymark Datenbankk ist öffentlich zugänglich, somit ist das System transparent und auch noch leicht verständlich. Hoher Solarertrag = hohe Förderung.

Das würde auch die Hersteller zwingen sich mit effizienten Kollektoren, die dann automatisch auch im Winter gute Leistungen bringen, zu befassen und nicht mit flächenverbrauchenden Billigstgeräten, die dann, wenn Wärme gebraucht wird, keine Wärme mehr liefern können.